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Mitte des Jahres hat Apple das neue iPhone 4 auf den Markt geworfen und schon vorher war für mich klar, dass ich es mir kaufen werde. Zu dumm nur, dass in Deutschland nur T-Mobile (ach nein, die heißen ja jetzt wieder Telekom) die Geräte verkauft und sie hierzulande zudem noch einen Netlock haben. Ich bin allerdings noch immer bei o2 und habe auch nicht vor, meinen Anbieter zu wechseln. Daher gab es wie schon vor zwei Jahren beim iPhone 3G nur eine Möglichkeit. Der Import eines simlockfreien iPhones. Nur woher? Und wie?

Aus den letzten Jahren war bekannt, dass Italien, Frankreich, Belgien und Tschechien dank der Gesetzgebung der Länder die iPhones ohne Sperren verkaufen wird. Daher war zunächst der Plan (wie schon vor zwei Jahren), einfach nach Tschechien zu fahren und dort eines der Smartphones zu holen. Zu dumm nur, dass der internationale Verkaufsstart etappenweise vonstatten ging und Tschechien genau wie Belgien und Italien zum Zeitpunkt der Bestellung keine neuen iPhones hatte. Blieb also Frankreich. Glaubte ich. Und Nach Frankreich? Nee, zu weit!

Glückes Geschick jedoch, als sich zeigte, dass das iPhone 4 in Großbritannien nun auch ohne Sperren verkauft wird. Im Online Shop von Apple höchst selbst. Die Hürde hier jedoch: Apple sendet nur nach Großbritannien. Daher musste also jemand her, der das Paket annimmt und weiterschickt. Zunächst machte ich den Bruder meiner Freundin verrückt, der wiederum eine Freundin in England fragte, ob sie das übernehmen würde. Was sie auch tat. Also bestellt die iPhones und ab dafür. Aber irgendwie war das schon etwas komisch, jemand wildfremden damit zu beauftragen, doch bitte zwei iPhones (Robert, ein Freund hatte mitbestellt), die zudem schon bezahlt sind, einfach mal weiterzuschicken.

Da bot es sich nun an, im Internet so ziemlich alles zu iPhone 4 zu lesen, was da zu finden war. So stieß ich auf die Möglichkeit, Borderlinx, einen Dienst von DHL, zu nutzen. Das geht auch ganz einfach. Man erstellt sich kostenlos einen Account bei Borderlinx. Daraufhin bekommt man seine "eigene" Adresse in England, an die Apple dann Waren verschicken kann. Diese eigene Adresse ist quasi ein Regalabschnitt im Lager von DHL. Was auch den Vorteil hat, dass der Weiterversand recht problemlos möglich ist.

Ich wechselte also bei Apple nachträglich noch die Lieferadresse und wartet zunächst einmal. Drei Wochen Wartezeit bis die Sendung in die Post geht, sind lang, aber nichts im Vergleich zur Telekom mit aktuell acht bis neun Wochen. Als endlich die Versandbestätigung bei mir eintrudelte, stieg natürlich die Spannung. Am 5.8. gingen die iPhones auf die Reise, am 11.8. trafen sie bei Borderlinx ein.

Und jetzt wurde es erst richtig spannend. Jetzt muss nämlich Borderlinx die Sendungen scannen, den Nutzern zuordnen und weiterschicken. Offensichtlich gibt es bei denen aber nicht das First-In-First-Out-Verfahren. Es schien eher so zu funktionieren, dass gescannt wurde, was halt grad vor den Scanner kam. Es dauerte daher von 9.30 bis 16.50 bis ich die Bestätigung bekam: Ware da, was jetzt?

Ich hab dann sofort den Weiterversand angeordnet und per PayPal bezahlt. 45€ für beide iPhones. War okay. Am 12.8. gingen die Päckchen dann in den Versand nach Deutschland. Allerdings wurden sie erst am späten Nachmittag zum Flughafen gebracht. Ich habe recht häufig die Tracker benutzt, um zu schauen, wo sich das Paket befand. Zumal ich hoffte, dass es bis Freitag eintreffen würde. Währenddessen suchte ich nach den Erfahrungen anderer Nutzer im Netz und hatte sowohl die Freude auf meiner Seite, als ich sah, dass Borderlinx über das Drehkreuz Leipzig agiert, war aber auch etwas verunsichert, als ich lesen musste, dass manche statt zwei iPhones nur eins bekamen und das zweite verschollen war. Darauf hatte ich ja nun mal gar keine Lust.

Freitag früh meldete sich das iPhone mit der Meldung, das Paket sei unterwegs zu mir. 6.13 Uhr sei es in den Transporter gewandert. Ab jetzt wurde das Warten echt fies. Normalerweise liefert DHL Express hier zwischen 9 und 10 auf. Diesmal klingelte es dann aber "erst" 11.36 Uhr an der Tür. Dafür waren beide iPhones im Karton und unbeschadet.

Um es also kurz zusammenzufassen: Ich kann aus meiner Erfahrung diesen Weg absolut empfehlen. Bestellt das iPhone 4 im Apple UK Store. Dazu braucht ihr nicht mal eine spezielle Apple-ID. Die Deutsche reicht. Dann legt euch bei Borderlinx eine Adresse an und lasst die Sachen dort hinschicken. Klappt auch bestens. Und innerhalb von zwei Tagen zwischen Scan bei Borderlinx und Ankunft zu Hause habt ihr das neue Gerät in euren Händen.

Mit 45€ für zwei iPhones ist der Service ziemlich günstig. Ein einzelnes Telefon schlägt wohl mit knapp 35€ zu Buche. Und ich bin nun absolut glücklich mit dem Teil. Der Hammer, gerade im Vergleich zum iPhone 3G. Mal schauen, wo ich dann in zwei Jahren das iPhone 6 kaufen werde.
Das iPhone 4 aus Großbritannien - Ein Erfahrungsbericht

Das iPhone 4 aus Großbritannien - Ein Erfahrungsbericht

Martin Stein
14.08.2010 16:19
 
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